Das Konzept von Netzwerk Artenkenntnis

Aus Netzwerk Artenkenntnis
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Dramatischer Rückgang an Artenkennern!

Um den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt festzustellen und herauszufinden, welche Maßnahmen zu ihrem Schutz und ihrer Förderung erforderlich sind, werden fortwährend Menschen benötigt, die in der Lage sind, Tiere, Pflanzen und andere Organismen in ihrem Lebensraum aufzufinden, um sie zu bestimmen und weitere Informationen über sie zu gewinnen. In den letzten Jahrzehnten erleben wir sowohl einen dramatischen Schwund der biologischen Vielfalt, als auch einen Rückgang an den mit ihr vertrauten Expertinnen und Experten, die man inzwischen selbst auf eine „Rote Liste“ setzen könnte. Naturschutzkreisen ist das Problem seit längerem bewusst, dass durch diese Entwicklung langfristig die Grundlage der Naturschutzarbeit erodiert (vgl. Frobel & Schlumprecht 2014: Erosion der Artenkenner. URL: http://www.oekologische-bildungsstaette.de/ak/ak-pdf/erosion_artenkenner.pdf).

Daher ist es notwendig, dem offensichtlichen Mangel an Nachwuchs unter den Artenkennern mit der Förderung interessierter junger Menschen zu begegnen, die gerne lernen würden, wie sie Arten bestimmen können, aber niemanden in ihrem Umfeld kennen, der es ihnen persönlich beibringen könnte.

Ein Netzwerk zum Transfer von Artenkenntnis zur Förderung von Expertennachwuchs

Mit dem Projekt „Netzwerk Artenkenntnis“ soll das Potenzial dieser Menschen geweckt werden, indem die Lücken zu Artenexperten durch ein Netzwerk überbrückt werden.

Dies soll möglich werden durch eine Internetplattform, über die Artenexperten, die bereit sind, ihr Wissen und ihre Erfahrung an interessierte Menschen weiterzugeben, von solchen kontaktiert werden können. Im besten Falle entstehen auf diesem Wege informelle „Mentoring“-Gruppen unter der Leitung von Artenkennern, die sich regelmäßig für Exkursionen oder Workshops zur Artbestimmung treffen. Interessierte werden dabei von der Fachkenntnis und Erfahrung der Artenexperten profitieren, während die Experten sich auf diese Weise für die die informelle Förderung und Ausbildung von neuen Artenkennern einsetzen und eventuell Freiwillige gewinnen, die sie etwa bei der Monitoring- und Kartierarbeit unterstützen können.

Auf dem Jugendkongress Biodiversität haben sich mehrere junge Leute zusammengetan, um innerhalb eines Jahres in Zusammenarbeit mit einschlägigen Fachverbänden und Arbeitsgruppen ein Netzwerk von Artenexperten zu erstellen, das möglichst viele Regionen Deutschlands in möglichst vielen Artengruppen abdeckt und naturkundlich interessierten Menschen nach einer Registrierung zur Verfügung steht.

Langfristiges Ziel des „Netzwerks Artenkenntnis“ ist die informelle Förderung und Ausbildung von neuen Artenkennern durch den Kontakt mit Artenexperten. Auf diese Weise leistet das Projekt einen grundlegenden Beitrag zu einer nachhaltigen Bewahrung und Förderung der biologischen Vielfalt.